Wetzlarer Woche 2026: LSV Hörbach in der Blauthermik

Am 27. April 2026 errang der Luftsportverein Hörbach bei der Wetzlarer Woche einen Tagessieg in der Doppelsitzerklasse – einer von mehreren Höhepunkten eines insgesamt erfolgreichen Wettkampfs für die hessische Vereinsmannschaft. Die Wetzlarer Woche ist seit vielen Jahren ein fester Termin im deutschen Segelflugkalender, traditionell angesetzt Ende April beziehungsweise Anfang Mai. Der Wettkampf zog 2026 erneut Teams aus verschiedenen Vereinen an, unter denen der LSV Hörbach mit der größten Mannschaft des gesamten Wettbewerbs antrat.

Wer trat für den LSV Hörbach an?

Der LSV Hörbach entsandte ein Team, das sämtliche Wettbewerbsklassen abdeckte. Raphael und Felix starteten auf dem vereinseigenen Duo XLT in der Doppelsitzerklasse. Basti, Robert und Johannes traten gemeinsam auf dem Verbands-Arcus an, ebenfalls in der Doppelsitzerklasse. Sammy vertrat den Verein auf dem Astir in der Club-Performance-Klasse, Paul auf seinem Cirrus in der Club-Comfort-Klasse und Christian auf dem Ventus 2cxT in der 18-Meter-Klasse. Diese breite Aufstellung über alle Klassen hinweg war ein bewusstes Merkmal des Vereinsauftritts und ermöglichte es, in der Gesamtwertung des Wettbewerbs eine starke Präsenz zu zeigen.

Was machte die Blauthermik zur besonderen Herausforderung?

Bei der Wetzlarer Woche 2026 herrschten wetterseitig grundsätzlich günstige Bedingungen: An allen sieben Wertungstagen war durchgehend geflogen worden, und die Sonne zeigte sich häufig. Was jedoch an vielen Tagen fehlte, waren Cumuluswolken als sichtbare Marker der Thermik. Blauthermik entsteht, wenn die Luft zu trocken ist, um an den Aufwindblosen Wolken zu bilden – trotz vorhandener Thermik gibt es keinen optischen Hinweis auf die aufsteigenden Luftmassen. Segelfliegern fehlt damit ein wesentliches Navigationsmittel, das im Normalfall hilft, Aufwindgebiete aus der Distanz zu identifizieren. Erschwerend kam an manchen Tagen kräftiger Wind hinzu, der Thermikblasen aufbrechen und in kleinere Strukturen auftrennen kann. Das Fliegen in Blauthermik erfordert daher eine erhöhte Aufmerksamkeit für subtile Geländemerkmale, Flugerfahrung und instrumentelles Gespür – und stellte Neulinge wie Routiniers vor spürbare Anforderungen.

Nachwuchs im ersten Wettbewerb

Besonders im Blickpunkt standen Sammy und Raphael, die beide zum ersten Mal an einem organisierten Segelflugwettbewerb teilnahmen. Beide mussten im Verlauf der Woche Außenlandungen hinnehmen, meisterten diese aber laut Vereinsbericht souverän. Außenlandungen gehören zum Wettbewerbsalltag im Segelflug, sind aber für Einsteiger eine eigenständige und anspruchsvolle Situation, die strukturiertes Vorgehen und Ruhe erfordert. Dass auch erfahrene Piloten des Teams regelmäßig auf den Turbo – also den bordeigenen Hilfsmotor – zurückgreifen mussten, um Aufgaben erfolgreich abzuschließen, zeigt, wie fordernd die Bedingungen der gesamten Woche waren. Die Teilnahme der Nachwuchspiloten unterstreicht den Stellenwert, den der Wettbewerb für die Ausbildungs- und Förderkultur im Verein hat.

Die Ergebnisse im Überblick

Die Endergebnisse der Wetzlarer Woche 2026 spiegelten das konstante Niveau der Hörbacher Mannschaft wider. In der Doppelsitzerklasse belegten Basti, Robert und Johannes den dritten Platz, Raphael und Felix landeten auf Rang 7. Christian sicherte sich in der 18-Meter-Klasse ebenfalls den dritten Platz. Paul schloss in der Club-Comfort-Klasse als Siebter ab, Sammy in der Club-Performance-Klasse auf demselben Rang. Hinzu kommt der bereits erwähnte Tagessieg am 27. April in der Doppelsitzerklasse sowie eine konstante Präsenz in den Spitzenrängen der 18-Meter-Klasse über die gesamte Wettbewerbswoche. Insgesamt kamen die Mitglieder des LSV Hörbach bei der Veranstaltung auf mehr als 120 gemeinsame Flugstunden. Allein der vereinseigene Duo XLT verzeichnete zu diesem Zeitpunkt bereits über 90 Stunden im Bordbuch für die laufende Saison 2026.

Ausblick auf 2027

Der Bericht des Vereins hebt die Organisation der Wetzlarer Woche als ausgezeichnet hervor – ein Urteil, das laut Vereinsdarstellung auch in den vergangenen Jahren bereits galt. Die Mannschaft des LSV Hörbach war kurz vor der Wetzlarer Woche noch in Südfrankreich aktiv, was die Dichte des fliegerischen Frühjahrskalenders illustriert. Die Vorfreude auf die Wetzlarer Woche 2027 sei entsprechend bereits vorhanden, so der Vereinsbericht. Für die deutsche Segelfluggemeinschaft steht die Wetzlarer Woche exemplarisch für jene regionalen Wettbewerbe, die Nachwuchsförderung, vereinsübergreifenden Austausch und sportliche Leistung miteinander verbinden – und die trotz oder gerade wegen anspruchsvoller Bedingungen wie der Blauthermik ihren besonderen Reiz behalten.

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Quellen

Herausgeber

Michael Frey · Privatpilot seit 1993 & Fluglehrer (CRI)

Recherchiert mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von Michael Frey — Spornrad-Pilot mit über 30 Jahren Flugerfahrung, Mitglied im Fliegerclub Erding. Mehr über uns · Methodik & Quellen.