Neue Hubschrauberschule der AMI in Viterbo eingeweiht

Am 15. Januar 2026 wurde auf dem Flugplatz Tommaso Fabbri westlich von Viterbo in Mittelitalien das neue Hubschrauber-Ausbildungszentrum der Aeronautica Militare Italiana (AMI) feierlich eingeweiht. An der Zeremonie nahmen hochrangige Vertreter der lokalen Behörden teil. Die Einrichtung ist kein rein militär-internes Vorhaben: Das Zentrum steht ausdrücklich auch den Streitkräften verbündeter Nationen offen und positioniert sich damit als internationale Ausbildungseinrichtung für Hubschraubercrews in Südeuropa. Damit setzt die italienische Luftwaffe einen weiteren Schritt in der internationalen Öffnung ihrer Ausbildungsinfrastruktur – ein Trend, der sich auch in anderen Bereichen der AMI-Ausbildungslandschaft beobachten lässt.

Warum zog die Schule von Frosinone nach Viterbo um?

Das neue Ausbildungszentrum in Viterbo ist nicht aus dem Nichts entstanden, sondern das Ergebnis einer strukturellen Verlagerung: Die AMI hat ihr bisheriges Hubschrauber-Ausbildungszentrum von Frosinone nach Viterbo transferiert. Mit dem Umzug entstanden gleichzeitig neue, modernisierte Ausbildungsgeräte und Infrastrukturen, die den aktuellen Anforderungen an die Hubschrauber-Pilotenausbildung entsprechen. Der neue Standort am Flugplatz Tommaso Fabbri bietet die räumlichen und logistischen Voraussetzungen, um das erweiterte Ausbildungsprogramm zu betreiben. Die Verlagerung stellt keine bloße Umsiedlung dar, sondern ist mit einem qualitativen Ausbau der Kapazitäten verbunden, wie die Einweihung des Zentrums mit neuen Geräten belegt.

Das 72° Stormo – Träger der neuen Einrichtung

Organisatorisch ist das neue Ausbildungszentrum dem 72° Stormo, dem 72. Geschwader der AMI, zugeordnet. Dieser Verband fungiert als Flugschule der italienischen Luftwaffe und trägt damit institutionell die Verantwortung für die Hubschrauber-Pilotenausbildung. Das neue Zentrum in Viterbo stellt eine Erweiterung der Ausbildungskapazitäten dieses Geschwaders dar. Die Einbindung in eine bestehende, erfahrene Ausbildungsorganisation soll Kontinuität in Lehrplänen und Ausbildungsstandards sicherstellen, während die modernisierten Geräte den Übergang in neue Trainingsszenarien ermöglichen. Details zu den eingesetzten Hubschraubertypen oder spezifischen Simulatoren wurden in den verfügbaren Quellen nicht genannt.

Wie fügt sich Viterbo in Italiens internationale Ausbildungsstrategie ein?

Die Öffnung des Viterbo-Zentrums für verbündete Nationen reiht sich in eine breitere Strategie der AMI ein, ihre Ausbildungsinfrastruktur international zu positionieren. Ein vergleichbares Konzept verfolgt die Italian International Flight Training School (IFTS) in Galatina (Lecce, Süditalien): Dieses Kooperationsprojekt zwischen der AMI und dem Rüstungskonzern Leonardo – unter Beteiligung von CAE – bildet Kampfjetpiloten mehrerer Nationen auf dem Leonardo M-346 aus. Deutsche Militärpiloten haben dieses Programm bereits absolviert, ebenso Piloten aus Singapur, Israel und Polen. Das Hubschrauberzentrum in Viterbo verfolgt ein ähnliches Prinzip der multinationalen Nutzung, diesmal im Rotorflug-Bereich. Italiens Luftwaffe etabliert sich damit als Ausbildungsdienstleister für NATO-Partner in gleich mehreren Segmenten der militärischen Fliegerei.

Was bedeutet das für die europäische Hubschrauber-Ausbildungslandschaft?

Mit dem neuen Zentrum in Viterbo entsteht eine weitere spezialisierte Hubschrauber-Ausbildungseinrichtung in Südeuropa, die über den nationalen Bedarf hinaus konzipiert ist. Die AMI baut damit ihre Rolle als Ausbildungsnation für verbündete Streitkräfte systematisch aus – zunächst im Bereich der Kampfjet-Ausbildung durch die IFTS, nun ergänzt durch ein eigenes Rotorflug-Zentrum. Für europäische Streitkräfte, die Hubschrauberpiloten ausbilden müssen, entsteht dadurch ein potenziell attraktiver Standort im Mittelmeerraum. Angaben dazu, welche verbündeten Nationen konkret Interesse an einer Nutzung angemeldet haben oder bereits Vereinbarungen getroffen wurden, lagen zum Zeitpunkt der Einweihung nicht vor.

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Quellen

Herausgeber

Michael Frey · Privatpilot seit 1993 & Fluglehrer (CRI)

Recherchiert mit KI-Unterstützung, redaktionell verantwortet von Michael Frey — Spornrad-Pilot mit über 30 Jahren Flugerfahrung, Mitglied im Fliegerclub Erding. Mehr über uns · Methodik & Quellen.