Die Junioren-Schweizermeisterschaft 2026 im Segelflug fand vom 7. bis 10. Mai 2026 auf dem Flugplatz Montricher in der Westschweiz statt. Ausrichter waren die Segelfluggruppen Genf und Waadt. Der Wettbewerb umfasste letztlich drei gewertete Flugtage, da der vierte und letzte Tag wegen ungünstiger Wetterbedingungen nicht mehr fliegerisch genutzt werden konnte. Am Ende setzte sich Leon Blum von der Akademischen Segelfluggruppe Zweisimmen (ASGZ) souverän durch und krönte sich zum neuen Junioren-Schweizermeister.
Wie verlief der Auftakt am 7. Mai?
Der erste Wettbewerbstag begann um 10 Uhr mit neun aktiven Teilnehmenden – drei Piloten mussten krankheitsbedingt forfait geben. Die erste Aufgabe war als AAT (Assigned Area Task) ausgelegt und führte über Cossonay, Fribourg und Châtel-Saint-Denis zurück nach Montricher, mit einer Mindeststreckenlänge von 121 km bei einer Mindestflugzeit von 1:30 Stunden. Tief hängende Bewölkung am Jurafuss sorgte für einen späten Start ins Rennen. Die Bedingungen forderten die Piloten vom ersten Moment an: Vier Außenlandungen wurden an diesem Tag gemeldet, lediglich fünf Piloten erreichten das Ziel in Montricher. In der Tageswertung klassierten sich insgesamt sieben Teilnehmer. Trotz der sportlichen Härte endete der Abend mit einer gemütlichen Runde in der Buvette, was die gute Stimmung im Feld unterstrich.
Welche taktischen Herausforderungen brachte der zweite Flugtag?
Am 8. Mai präsentierte sich das Wetter erneut anspruchsvoll: Eine feuchte Südwestströmung sorgte für lokale Überentwicklungen im Tagesverlauf. Die AAT-Aufgabe führte diesmal über das Mittelland von Mollendruz Richtung Jura und zurück nach Grancy – eine Strecke von rund 261 km. Frühe Starter trafen rasch auf Niederschläge und mussten taktisch umdisponieren, was insbesondere entlang der Juraketten und im Mittelland zu mehreren Außenlandungen führte. Wer dennoch erfolgreich durch den Kurs navigierte, sah sich einem anspruchsvollen Endanflug gegenüber, der nochmals volle Konzentration abverlangte. Die Tageswertung gewann Franck Delley von der GVV Gruyère vor Raphael Lutz (SGZ) und Leon Blum (ASGZ). In der Gesamtwertung übernahm Leon Blum nach zwei Tagen die Führung.
Dritter Tag: 350-km-AAT über Jura und Mittelland
Die dritte Aufgabe war mit 350 km die längste des Wettbewerbs und führte quer über Jura und Mittelland. Trotz einer schwierigen Wetterprognose im Vorfeld präsentierte sich die Thermik besser als erwartet. Der Start erfolgte kurz nach 11 Uhr, und alle Teilnehmer überquerten die Startlinie innerhalb von 15 Minuten – ein Zeichen für die taktische Disziplin im Feld. Der Streckenabschnitt zwischen Montricher und dem Juradurchbruch beim Pierre-Pertuis entwickelte sich zum Schlüsselabschnitt des Tages. Mehrere Piloten nutzten die Bedingungen effizient, während andere längere Korrekturrouten fliegen mussten. Am Ende erreichten fast alle Piloten das Ziel. Den Tagessieg holte erneut Leon Blum vor Guillaume Kuttel (GVVVM) und Severin Widmer (SGZ). Im Zwischenstand führte Blum damit klar vor Franck Delley und Stefan Gertsch.
Finaltag und Siegerehrung
Der geplante vierte Wettbewerbstag am 10. Mai wurde nach eingehender Wetterbeurteilung früh als fliegerisch nicht mehr nutzbar eingestuft und abgesagt. Damit war die Gesamtwertung nach drei gewerteten Tagen entschieden. Leon Blum (ASGZ) sicherte sich den Titel des Junioren-Schweizemeisters 2026 vor Franck Delley (GVV Gruyère) auf Rang zwei und Stefan Gertsch (SG Säntis) auf dem dritten Platz. Die Siegerehrung wurde von großer Kameradschaft geprägt und von einem musikalischen Beitrag auf dem Alphorn begleitet. Organisation und Gastfreundschaft der beiden ausrichtenden Vereine – Segelfluggruppe Genf und Segelfluggruppe Waadt – wurden von allen Teilnehmenden ausdrücklich gelobt.
Was bedeutet der Titel für den Schweizer Segelflugnachwuchs?
Die Junioren-SM 2026 in Montricher war ein konzentrierter Leistungsvergleich unter anspruchsvollen meteorologischen Bedingungen. Blauthermik, Überentwicklungen und unbeständige Südwestlagen zwangen die Piloten zu taktischer Flexibilität und präzisem Energiemanagement – Qualitäten, die im Nachwuchsbereich entscheidend für den Weg zur internationalen Spitze sind. Die Schweizer Juniorennationalmannschaft richtet den Blick nach diesem Wettbewerb bereits auf den nächsten großen Einsatz: die kommende Weltmeisterschaft im deutschen Aalen. Für die deutschsprachige Segelflug-Community auf beiden Seiten des Rheins ist das ein relevantes Signal – der Schweizer Nachwuchs zeigt sich in starker Form.
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