Im Sommer 2025 reiste Peter Stahl von der SFG Siemens München e.V. mit seiner ASH 26E „GA“ zum Flugplatz Fuentemilanos in der kastilischen Hochebene Spaniens. Den Aufenthalt prägten Blauthermik und hohe Temperaturen — Verhältnisse, die auf der iberischen Hochebene in den Sommermonaten typisch sind. Blauthermik beschreibt Thermikaufwinde ohne begleitende Cumuluswolken: Weil sich Aufwindpositionen nicht anhand von Wolkenmarkierungen ablesen lassen, müssen Piloten allein über Geländemerkmale und Instrumente navigieren. Das stellt höhere Anforderungen an Erfahrung und Aufmerksamkeit als das Fliegen unter Cumuluswolken, eröffnet im Gegenzug aber einen weiten, unkomplizierten Flugkorridor ohne erzwungene Umwege. Trotz dieser Bedingungen beurteilte Stahl die Verhältnisse als im Flugverlauf gut zu bewältigen. Die Thermikbasis lag über 3.000 Metern — ein Arbeitsraum, der für mitteleuropäische Maßstäbe außergewöhnlich großzügig ist und Streckenflüge in Dimensionen ermöglicht, die in Deutschland unter Luftraumbeschränkungen und niedrigeren Thermikbasislagen kaum erreichbar wären.
Was bietet die Region Fuentemilanos für Streckenflieger?
Der Flugplatz Fuentemilanos liegt in der Region Kastilien auf der iberischen Hochebene, nahe Segovia und der Hauptstadt Madrid. Die Kombination aus intensiver Sonneneinstrahlung, trockener Luftmasse und flacher Topografie erzeugt im Sommer ausgeprägte Thermikaufwinde über weite Distanzen — mit Basishöhen, die Stahl zufolge regelmäßig die 3.000-Meter-Marke überschreiten. Für Streckenflieger aus Mitteleuropa, die an heimischen Plätzen mit Luftraumbeschränkungen und Thermikbasislagen um 1.500 bis 2.500 Meter arbeiten, bietet das einen erheblichen Spielraum nach oben. Die Abwesenheit von Cumuluswolken — charakteristisch für das Blauthermik-Regime der Region — bedeutet gleichzeitig, dass Aufwindsäulen nicht visuell zu lokalisieren sind, was die Anforderungen an Flugtaktik und Ortskenntnis erhöht. Stahls Bericht bestätigt, dass die Bedingungen an guten Tagen trotz dieser Einschränkung sehr gut nutzbar waren und das Streckenpotenzial der Hochebene sich in konkreten Leistungswerten niederschlug.
Wie verliefen die Streckenflüge?
An den besten Tagen des Aufenthalts gelangen Stahl Streckenflüge von rund 800 Kilometern mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 125 km/h. Diese Kennzahlen verdeutlichen die Qualität der Bedingungen: Ein Schnitt von 125 km/h über 800 Kilometer setzt tragfähige Thermik über viele Stunden hinweg voraus und ist auch für erfahrene Streckenflieger ein starkes Ergebnis. Als Flugzeug setzte Stahl eine ASH 26E ein — einen selbststartenden Motorsegler mit hoher Gleitzahl und integriertem Hilfstriebwerk, das bei schwacher Thermik am Ende eines langen Flugtags die Rückkehr zum Platz ohne Außenlandung ermöglicht. Für Auslandsstrecken in unbekanntem Terrain ist diese Sicherheitsreserve ein relevantes Argument. Nicht jeder Tag lieferte diese Bedingungen: Blauthermik ohne visuelle Orientierung und hohe Temperaturen stellten an schwächeren Tagen höhere Anforderungen, die Stahl nach eigener Beurteilung jedoch gut bewältigen konnte.
Warum blieb die erhoffte 1.000-km-Wetterwoche aus?
Das erklärte Ziel des Aufenthalts war eine sogenannte „1000 km Wetterwoche“ — eine Wetterphase, in der konsistent gute Bedingungen täglich Streckenflüge in oder nahe der 1.000-Kilometer-Klasse ermöglichen. Ein 1.000-km-Streckenflug gilt im Segelflug als anspruchsvolle Leistungsmarke, die neben starker Thermik auch günstige Windkomponenten, geeignete Geländestruktur und einen langen Flugtag voraussetzt. Diese Wetterkonstellation trat während Stahls Anwesenheit nicht ein — die ideale Großwetterlage bildete sich erst nach seiner Abreise Anfang August aus. Solche zeitlichen Verschiebungen sind im Streckenflug nicht ungewöhnlich: Die exakte Kombination aus Thermikstärke, räumlicher Ausdehnung und mehrtägiger Beständigkeit lässt sich für einen bestimmten Aufenthaltszeitraum weder zuverlässig vorhersagen noch erzwingen. Stahl wertet das dennoch nicht als Misserfolg: Er bezeichnet den Aufenthalt als gelungenen Fliegerurlaub, wobei die 800-km-Tage mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 125 km/h das fliegerische Highlight bildeten.
Anbindung und Umfeld: Kastilien jenseits des Cockpits
Für die Anreise nach Fuentemilanos nennt Stahl die Nähe zu Madrid als praktischen Vorteil: Über Fluglinien nach Madrid sowie den Schnellzug nach Segovia ist der Flugplatz auch ohne Eigenflug erreichbar, was kürzere Aufenthalte erleichtert und den Platz auch für Piloten interessant macht, die keine mehrstündige Überquerung der Alpen einplanen können oder möchten. Die Region Kastilien bietet zudem Ausflugsziele abseits des Flugbetriebs, und Madrid ist als nächste Großstadt erreichbar — ein Aspekt, der Fliegerurlaube auch für Begleiter ohne Pilotenlizenz attraktiv macht. Stahl hebt diese Rahmenbedingungen in seiner Nachlese hervor und bewertet sie als Teil des gelungenen Gesamteindrucks. Das Fazit seines Berichts ist trotz der ausgebliebenen 1.000-km-Wetterwoche klar positiv und beschreibt Fuentemilanos als ernst zu nehmende Sommerdestination für Streckenflieger aus Deutschland. Weitere Informationen bietet die Webseite des Flugplatzes unter fuentemilanos.com.
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Quellen
- Nachlese zum Segelfliegen in Fuentemilanos — 2026-05-06