Am 23. Februar 2026 hat Airbus Helicopters seinen Konzeptvorschlag für das NATO-Programm „Next Generation Rotorcraft Capabilities“ (NGRC) öffentlich vorgestellt. Das Unternehmen präsentierte dabei zwei Hubschrauberentwürfe, die konstruktiv eine hohe Baugleichheit aufweisen sollen. Das NGRC-Programm ist ein gemeinsames Vorhaben der NATO-Mitgliedstaaten Kanada, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, die Niederlande und Großbritannien. Ziel ist es, ein mittelschweres Hubschraubermuster zu beschaffen, das eine breite Palette militärischer Einsatzszenarien abdecken kann.
Was steckt hinter dem NATO-Programm NGRC?
Das NATO-Projekt NGRC – ausgeschrieben „Next Generation Rotorcraft Capabilities“ – zielt darauf ab, einen Hubschrauber mittleren Tonnage zu entwickeln, der im Zeitraum 2035 bis 2050 eingeführt werden soll. Im Fokus steht dabei unter anderem die schrittweise Ablösung des NH90, eines der meistgenutzten Mehrzweckhubschrauber in Europa, der von mehreren der beteiligten Nationen betrieben wird. Da sich potenziell eine größere Zahl von NATO-Mitgliedern an einer gemeinsamen Beschaffung beteiligen könnte, stehen im Erfolgsfall signifikante Produktionsstückzahlen in Aussicht. Das macht das Programm industriepolitisch zu einem der bedeutendsten europäischen Rüstungsprojekte im Hubschrauberbereich der kommenden Jahrzehnte. Die sieben am Programm beteiligten Nationen – Kanada, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, die Niederlande und Großbritannien – treiben die Konzeptphase derzeit aktiv voran.
Welche Entwürfe hat Airbus konkret vorgelegt?
Airbus Helicopters präsentierte im Rahmen des NGRC-Prozesses zwei Hubschrauberkonzepte, die über eine ausgeprägte konstruktive Gemeinsamkeit verfügen sollen. Das Prinzip der hohen Baugleichheit verfolgt das Ziel, Entwicklungs- und Fertigungskosten zu reduzieren sowie Logistik und Wartung über verschiedene Einsatzvarianten hinweg zu vereinfachen – ein in der Militärluftfahrt gängiger Ansatz, um bei unterschiedlichen Anforderungen der Nutzerstaaten dennoch wirtschaftliche Skaleneffekte zu erzielen. Detaillierte technische Parameter der beiden Konzepte, etwa zu Antrieb, Nutzlast, Reichweite oder Avionik, lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht öffentlich vor, da der vollständige Bericht bei Aerobuzz hinter einer Bezahlschranke liegt. Die grundlegende Ausrichtung – zwei Varianten mit gemeinsamer Plattformbasis für mittlere Transportkapazitäten – ist jedoch bestätigt.
Warum ist das NGRC-Programm für die Luftfahrt-Community relevant?
Aus Perspektive der Allgemeinen Luftfahrt und der Luftsportgemeinschaft mag ein NATO-Rüstungsprogramm auf den ersten Blick weit entfernt wirken. Der NH90, dessen Nachfolge das NGRC-Programm langfristig vorbereitet, ist jedoch ein Produkt europäischer Kooperation, an der Airbus Helicopters mit seinem deutschen Standort in Donauwörth maßgeblich beteiligt ist. Entwicklungen in der militärischen Rotorcraft-Technologie – etwa bei Antriebskonzepten, Materialien oder Avionik – finden erfahrungsgemäß ihren Weg in zivile und allgemeine Luftfahrtanwendungen. Zudem betrifft die Frage der europäischen Verteidigungskooperation auch die industrielle Basis, die Ausbildungsinfrastruktur und den Pilotenmarkt in Deutschland unmittelbar. Die Entscheidungen, die im NGRC-Rahmen in den kommenden Jahren fallen, werden die europäische Hubschrauberindustrie bis in die 2050er Jahre prägen.
Zeitplan und nächste Schritte
Der Einführungszeitraum für das künftige NGRC-Muster ist mit 2035 bis 2050 angegeben – ein breites Fenster, das die noch offenen Entscheidungsprozesse innerhalb der beteiligten Nationen widerspiegelt. Bis zu einer verbindlichen Beschaffungsentscheidung sind weitere Konzeptphasen, Ausschreibungen und nationale Zustimmungsverfahren notwendig. Airbus Helicopters ist mit der Präsentation seiner beiden Entwürfe nun offiziell als Bewerber im Rennen positioniert. Ob und welche weiteren Hersteller eigene Konzepte vorlegen, war zum Zeitpunkt der Meldung nicht öffentlich bekannt. Die nächsten Monate dürften zeigen, wie die beteiligten NATO-Staaten auf die eingereichten Industrievorschläge reagieren und welche Anforderungen sie im weiteren Verfahren konkretisieren.
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